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Tangoloft in Berlin

Endlich, nach langer Zeit war ich mal wieder im Tangoloft in Berlin. Samstagabend, schöne Musik, schöne Leute und gute Tänzer! Ich muss sagen, so mit der Zeit wurde es hier immer wohnlicher, immer gemütlicher. Ja, man fühlt sich hier einfach wohl und möchte am Liebsten gar nicht nach Hause gehen.

Ich bin gespannt, wie es nach dem Umzug in der neuen Location aussehen wird. Von der Wiesen- in die Gerichtsstraße sind es ja nur ein paar Meter.

todays evening: City Lights

Back in Berlin and it smells like home. What a feeling!
Will drive all the streets and reminisce about the past and hanging w/ the good ones.

Yes, here changed a lot. But…, well. It’s still Berlin.

tief

“Den Mond hab’ich im Brunnenwasser zittern sehen…
Kann es sein dass so wenig Wasser
so tief ins unendliche reicht?”

D. Bettini

Sea Wildlife Cruise

An diesem Morgen konnten wir glücklicherweise ausschlafen und bekamen ein wirklich gutes Frühstück. Wieder in dem tollen Salon und dadurch sehr dekadent. Leider konnten/durften uns die Hunde keine Gesellschaft leisten. Aber wahrscheinlich spielten sie lieber auch draußen, in diesem riesigen Garten.

Während des Frühstücks fragte uns Peter, was bei uns an diesem Tag so ansteht. Wir waren unschlüssig und das sah man uns auch an. Peter tat was alle Kiwis in so einem Fall tun: er erzählte uns was es tolles in der Umgebung zu erleben gibt. In diesem Fall also der Region Marlborough Sound. Und noch spezieller: ein Sealife Ausflug mit dem Boot in den Marlborough Sound.
Er hat dann auch schon mal für uns gebucht.

Wir waren zuerst etwas geschockt, ob des vorauseilenden Dienstbarkeit. Wir mussten ja nicht. trotzdem überlegten wir kurz und befanden die Idee dann doch als ganz gut. Zumal Peter davon erzählte, dass gerade vor ein paar Tagen Killerwale im Sound gesichtet wurden, die einen Hai jagten und töteten.

Nach dem Frühstück machten wir jedoch erst einmal einen ausgedehnten Spaziergang über das Grundstück. Fast von überall sah man das herrschaftliche Haus. Es war wunderbar. Der Garten, die Pferdeställe, der angrenzende Golfkurs (mit Schafen drauf), einfach alles. Über die Veranda, mit angrenzendem Pool kamen wir wieder ins Haus. Jeder, wirklich jeder der Gästeräume hat etwas eigenes und wunderbares.
Gerade als wir aufbrechen wollten kam eine Gruppe junger Leute an. Wie sich herausstellte, handelte es sich um eine Braut mit Ihren Freunden, die auf Ugbrooke Hochzeit feiern wollten.

Die gleiche Geschichte – mit den Orcas – erzählte uns dann auch der Skipper des Bootes, mit dem wir raus in die vielverzweigten Arme des Marlborough Sound fuhren. Wir sahen Fur Seals (Pelzrobben), Tölpel, zwei Albatrosse und, ganz weit entfernt die Rückenflossen von zwei Hector Dolphins. Hector Delfine sind die kleinsten ihrer Art. Dementsprechend klein waren die Finnen, die wir (gerade noch) sehen konnten.
Wir besuchten noch eine Insel (nur für Vögel) und hatten wirklich einen schönen Vormittag auf dem Wasser. Weltbewegend war es jedoch nicht.

Seal Colony

Nach dem Ausflug auf’s Wasser machten wir uns schnellstens auf den Weg in Richtung Kaikoura. Das hieß wir mussten den ganzen Weg noch einmal fahren. Vorbei an Blenheim, Ugbrook, immer an der Küste entlang.

Kurz vor Kaikoura, es war bereits spät, begannen wir nach wieder nach einer Unterkunft zu suchen. Doch erst einmal sahen wir ein Verkehrsschild,seal_crossing das so unglaublich ist, dass wir es nicht fassen konnten:

Robben kreuzen die Strasse, und zwar die nächsten vier Kilometer. Wir dachten zuerst das wäre ein typischer Kiwi-Scherz. Doch dann schauten wir genauer auf die großen Steine im Wasser, denn keine 10 Meter neben der Strasse rollten die Wellen des pazifischen Ozeans sanft an den Strand.

Die dunklen Flecken auf den großen Steinen bewegten sich. Ja unglaublich, es waren Robben! Nur ein paar Meter von uns entfernt und kein Zaun der uns voneinander trennte. einige hundert Meter weiter konnte ich endlich anhalten. Wir stiegen aus und gingen etwas näher heran. Da lagen sie und dösten in der Abendsonne vor sich hin. Sie interessierte es gar nicht, dass da Zweibeiner standen, bzw saßen und sie neugierig anstarrten.

Mein Schatz saß auf einem Betonsockel, der die Strasse vorm abrutschen bewarte, als etwa einen Meter unter ihr der Kopf einer Robbe hervorkam, sie anschaute und überlegte. Gefahr? Futter? Egal? Ähem… egal!
Der Kopf verschwand wieder und die Wellen rollten weiter sanft an den Strand.

Marlborough Sound

Picton war für uns nicht interessant genug, um uns dort eine Übernachtung zu suchen. Es war noch nicht allzu spät (etwa 18.00 Uhr) und so entschlossen wir uns weiter zu fahren. Leider wurde die Landschaft nicht besser. Weite Ebenen wurden von trocken-braunen Hügeln begrenzt. Kein schöner Anblick. Links und rechts vom Highway sah es auch nicht danach aus, als ob es uns gefallen könnte. Zwar hatten wir irgendwo zwischen Picton und Blenheim an einem B&B gehalten, dieses erwies sich jedoch als viel zu teuer. Nur weil es zu einer Winery gehörte. Pha! Für 250 Kiwi-Dollar muss man schon ein bisschen mehr bieten, fanden wir und zogen wieder ab.

Natürlich war uns bewusst, dass wir uns in einem von Neuseelands Haupt-Weinanbaugebiet befanden. Wo guter Wein ist, da ist’s auch teuer. Das weiß man schon aus Italien und Frankreich.
Trotzdem.

So kurz nach 8 Uhr abends wurde ich langsam müde vom fahren und mein Schatz musste (mal wieder – Frauen!) auf die Toilette. Also hielten wir an einem Café (oh Wunder, es hatte noch offen!). Während ich mich im Auto etwas lang machte, verschwand mein Engel in dem Haus.
Nach einer halben Stunde wurde ich etwas unruhig, da sie noch immer nicht zurück war. Leider hatte ich nicht gesehen in welches Haus sie verschwunden war. Somit konnte ich sie auch nicht suchen gehen. Nach gefühlten zwei Stunden kam sie dann auch wieder, mit einem strahlenden Lächeln, zwei heißen Chicken Pies (leckere herzhafte Hünchen "Kuchen") und der Ankündigung, dass sie eine super-tolle-sup-dupa Übernachtung für uns aufgetan hätte.

Ugbrooke House

Schatzi hatte in dem Café einfach mal gefragt, ob es in der Umgebung nicht preisgünstige B&Bs gibt. Die Besitzerin hat daraufhin bei zweien angerufen. Leider war dort gerade niemand da. Dann fiel ihr noch eine dritte Möglichkeit ein und… tadaaaa… es war eine Winery mit Lodge. Fernab des Highways lag Ugbrooke – idyllisch zwischen endlosen Reihen von Rebstöcken. Peter machte uns einen guten Preis, eine Maßnahme die seine Frau Alex anfänglich nicht wirklich begrüßte. sie scheint diejenige zu sein, die das Geld zusammenhält.

Peter holte uns am Weg ab. Auf dem langen Feldweg hoch zum Haus wären wir sonst wieder ins Grübeln geraten, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind. Als wir vor dem Haupteingang hielten, kamen uns zwei riesige Hunde entgegen. Der größere von beiden hieß Jesper und hatte einen Kopf so groß wie 33er LP. Den braucht er auch, wenn er kuscheln kommt, damit er genug abkriegt.
Zum Glück mögen wir Hunde und konnten mit der überschwänglichen Begrüßung umgehen, so dass wir nicht umfielen.

Das Haus ist eine Wucht. Keine Ahnung, ob es auf den Bildern so rüberkommt, wie es wirklich ist. Aber man kommt sich hochherrschaftlich vor, wenn man dort "absteigt". Ganz zu schweigen davon, wenn man auch noch ein 4-5 Gänge Dinner genießen darf. Das haben wir uns aus Kostengründen verkniffen. Außerdem hatten wir ja schon gegessen.
Statt dessen setzten wir uns in den Salon (/Frühstücksraum) und kamen mit Peter und Alex ins quatschen. Peter spendierte noch ein Glas guten Rotwein und die Zeit verging wie im Flug. Wir haben viel gelacht und wurden auch noch überzeugt in Picton ein Sea Wildlife Cruise mitzumachen. Angeblich gibt es dort Delphine zu sehen. Und vor ein paar Tagen waren sogar mehrere Orcas gesichtet worden, die einen Hai gekillt haben.

Nelson

Am Vormittag hatte unser Auto die Takaka Hills wieder mit Mühe und Not überwunden. Was für ein Kerl! Über Motueka, Tasman und Richmond ging es dann nach Nelson. Wobei Richmond schon fast in Nelson übergeht.

Angekommen in der Stadt suchten wir erst einmal nach dem örtlichen i-Site. Da wir unserem Reiseplan noch immer lange voraus waren beschlossen wir, hier ebenfalls wieder zwei Nächte zu bleiben. Die freundliche Frau im i-Site suchte uns (gemäß unseren Vorgaben: < $150, nett und etwas abseits) zwei B&Bs heraus. Mein Bauch entschied sich für eines, welches laut Stadtplan so ziemlich im Zentrum lag, offensichtlich jedoch die beste Reputation genoss.

Te Maunga

Nachdem wir dort ankamen waren wir wieder einmal verblüfft. Nicht nur deswegen, weil unser kleines Auto mal wieder einen Berg mit geschätzten 80% Steigung hinauf schnaufen musste, sondern auch weil es sich hier um einen historischen Platz handelte. Das Haus hatte einen Touch viktorianisches an sich, war aber "erst" 1936 erbaut worden. Es war toll! Und es hatte sogar einen eignen Name: Te Maunga (= Berg, oder hoher Standort).

Wir wurden von Victoria begrüßt. Einer quirligen Frau Ende dreißig, mit drei Kindern. Sie war jedoch "nur" die Tochter der Besitzerin und vor kurzem aus Vietnam zurückgekehrt, wo sie längere Zeit gelebt hat. Wir bezogen unser Zimmer im erste Stock staunten über die Aussicht über die Stadt.

Anne, die Besitzerin bekamen wir erst am Abend zu Gesicht, nachdem wir von unserem Tango Ausflug zurück kehrten. Davon aber später mehr.
Anne ist eine Seele von Mensch. Und sie hat sich von uns gern von Ihrer Arbeit im Haus abhalten lassen, um mit uns zu quatschen. Wir hatten viele Fragen zu dem Haus und auch sie selbst war eine sehr interessante Frau!

Die Straße war nach Ihrer Tante benannt: Dorothy Annie Way, von der Sie das Haus geerbt/gekauft hatte. Leider erfuhren wir nicht so viel über diese Dorothy Annie, dafür mehr über Ihren Mann Harry Atmore (en), der Mitglied des neuseeländischen Parlaments war und wohl eine bedeutende Rolle im Bildungssektor spielte. Ich fand einen Zeitungsausschnitt, der besagte, dass jeder der den Weg auf den Berg auf sich nahm, um die (kleine) Bibliothek zu durchstöbern, immer auch eine warme Mahlzeit bekam. Die private Bibliothek war lange Zeit die Größte überhaupt in Neuseeland.

Anne selbst war aber wenigstens ebenso bewundernswert. Nachdem sie das haus von Ihrer Tante übernommen hatte, musste sie auch für dessen Unterhalt sorgen, was sich als nicht ganz so einfach herausstellte. Aus diesem Grund ging sie in die USA, um dort als Krankenschwester und Hebamme zu arbeiten. Das verdiente Geld floss in die Erhaltung des Hauses. Später interessierte sie sich für Alaska und das Leben dort, was sie dazu bewegte sich in Alaska als Hebamme zu bewerben, wo sie sofort eingestellt wurde.

Zurück in Neuseeland beschloss sie, dass sich das Haus, in finanzieller Hinsicht selber tragen sollte und machte ein Bed and Breakfast daraus. Einen Teil des Hauses vermietet sie längerfristig (ab 6 Monate).

Während des neuseeländischen Winters macht sie Urlaub, dort wo es warm ist. So besteigt sie auch schon mal den Kilimandscharo oder macht eine Fahrradtour von Stuttgart nach Heidelberg. Beneidenswert diese Energie! Ihre Tochter versprüht diese ebenso. Es scheint sich also zu vererben.

Kiwi-Tango

Kurz bevor wir unsere Unterkunft aufsuchten, hatten wir noch einen kurzen Stopp im Verdict Restaurant & Ale House, wo sich an diesem Abend die lokale Tango-Community treffen wollte. Das hatten wir bereits im Vorfeld über das Internet gecheckt. Nelson und Christchurch scheinen die einzigen Orte auf der Südinsel zu sein, wo man Tango tanzt.

Viele Leute waren nicht da. Vielleicht 10-12 Leute. Gemessen an der Gesamtbevölkerung und dem prozentualen Anteil der sich wahrscheinlich für Tango interessiert, ist das allerdings viel.

Natürlich vielen wir sofort auf. Und das nicht nur wegen der roten Haare von meinem Schatz! Von links und rechts brachen Fragen auf uns hernieder, die wir gar nicht alle und so schnell beantworten konnten. Alsbald erkannte ich, wer hier am meisten erzählt: Corina.

Corina ist gebürtige Schweizerin und spricht etwas schweizerisch-untypisch recht viel und das ziemlich schnell. Was sie jedoch nicht ablegen konnte ist das typische schweizer "Oder?!" (sprich: oodrrr), am Ende jeden zweiten Satzes. Dieses oodrrr kam immer, egal ob sie deutsch oder englisch sprach. Wirklich drollig! ;) Corina ist mit Berti verheiratet, einem bekannten lokalen Architekten aus Nelson (und übrigens ein guter, alter Freund von Anne). Die beiden lernten sich irgendwann in Buenos Aires kennen und lieben. Corina ist eine Frau der Tat und so zog sie bald nach Nelson, wo beide im letzten Jahr heirateten, was beide auf die Titelseite der lokalen Zeitung brachte. Oodrrr?!!

Corina war es auch, die meinte – nachdem wir zwei-drei Tangos getanzt hatten – dass man am nächsten Abend doch spontan eine Milonga im "Boats House" machen könnte. Wie es aussieht sind Corinas Vorschläge keine Ideen, sondern eigentlich schon beschlossene Sache.

Am nächsten Abend im Boats House war es einfach toll. Es liegt nicht weit vom Hafen, natürlich am Wasser (heißt ja nicht umsonst Boats House!) und ist außerdem Tagungsort des örtlichen Rotary Clubs. Wir saßen auf der Veranda und jeder hatte etwas mitgebracht: Wein, Kuchen, Kekse, Kaffee, salziges. Wir genossen die warmen Sonnenstrahlen des späten Abends, während drinnen schon Tangomusik lief. Die Sonne schickte sich an einen spektakulären Sonnenuntergang zu zaubern. Selbst die Einheimischen waren davon verzückt und machten ein Foto nach dem anderen. Und irgendwann natürlich auch ein Gruppenfoto, mit Schatz und mir.

Dann tanzten wir Tango. Ich zuerst mit der lokalen Tangolehrerin Anne Maree, Schatzi mit mehreren Männern und auch einer Frau. Anne Maree war froh und glücklich, dass sie mal wieder mit einem Mann tanzen konnte, der zu führen verstand (grins). Sie genoss es sichtlich! Und auch unsere Musik kam gut an. So gut, dass wir unsere CD verschenkten, damit Nelson künftig unsere Tangos genießen kann.
Es war ein wunderschöner Sommer-Abend!

Historic Founders Heritage Park

Am Vormittag des selben Tages besuchten wir den historischen Founders Heritage Park. Eine tolle Einrichtung, wie ich finde. Viele historische Gebäude der Stadt wurden an originaler Stelle ab- und hier wieder aufgebaut. Viele dieser Gebäude sind museumsartig eingerichtet, wie zum Beispiel ein General Store vom Ende des 19. Jahrhunderts, Apotheke, Zahnarzt, Rechtsanwalt, Bahnstation und vieles mehr. Man bekommt einen guten Eindruck, ,wie es in Nelson so zuging, am Ende des (vor) letzten Jahrhunderts.

Der Ring

Natürlich darf man eine Sache nicht übergehen, wenn man in Neuseeland ist. Und schon gar nicht, wenn man in Nelson ist: DER Ring.

Wie jeder weiß, ist Neuseeland das Land aus "Herr der Ringe". Und überall, wo auch nur eine kurze Sequence des Films aufgenommen wurde, findet man heute Hinweistafeln und kann "Auf den Spuren des Rings" wandeln.

Was jedoch die wenigsten wissen, der Ring kommt aus Nelson. Geschmiedet von Jens Hansen, einem dänischen Goldschmied. Sein Laden liegt gleich neben der Shopping Meile von Nelson. Dort kann man ihn bewundern. Den Ring, im Original und mit anfassen. Natürlich kann man dort auch seinen eigenen Ring bestellen, inklusive Herstellerzertifikat.
Leider ist Jens Hansen kurz vor der Veröffentlichung des Films gestorben, doch seine beiden Söhne führen das Geschäft weiter. Einer von beiden tanzt auch Tango…

Ich bin jetzt kein riesiger Fan von "Herr der Ringe", aber wenn man schon mal hier ist, dann wäre es blöd, wenn man sich das nicht anschaut und später davon erzählen kann. Ein großes Hallo gab es dann auch noch, denn Anne Maree, die Tango Lehrerin, arbeitet dort hinter dem Tresen.

Und weiter…

Am gleichen Tag noch machten wir uns auf in Richtung Picton. Über Havelock ging es über den sogenannten "Queen Charlotte Drive", einer schönen Küstenstraße (wieder mal mit vielen Serpentinen) mit vielen spektakulären Ausblicken auf den Marlborough Sound, statt über den Highway. Letzterer führt langweilig durchs landesinnere. Danke für den Tipp an Corina und Berti.

Picton ist das Tor zur Südinsel, zumindest wenn man mit der Fähre von Wellington kommt. Picton selbst ist nicht besonders erwähnenswert. Ein kleines Küstenstädtchen, welches durch den Fährhafen und den Tourismus lebt.

14. Tag Rundreise Südinsel

Golden Bay

Nach der "bewusstseinserweiternden" ;) Übernachtung im Motueka Valley ging es am diesem Tag weiter in Richtung Norden. Die Nordspitze der Südinsel war verlockend und der Name "Golden Bay" tat sein übriges.

Von Motueka aus, wo sich die Strasse nach Osten (Nelson) und Westen (Golden Bay) teilt, ging es geradewegs nach Westen und damit in die Takaka Hills. Ich kam mir vor wie in den höchsten Alpen. Selten bin ich so lange am Stück solche Serpentinen gefahren wie hier. Die Kupplung begann schon streng zu riechen und auch die Bremse hatte bei den kurzen Abwärtsstrecken arg mit Hitze zu kämpfen und quittierte das Ganze mit nachlassendem Engagement. Ich dachte mit Grauen daran, dass wir diesen Berg auch irgendwann wieder runterfahren müssen. Das ging dann auch nur im ersten Gang (der Automatik!), was nicht wirklich hilfreich war. Aber besser wie gar nichts. 
Blöd: wir mussten den gleichen Weg in drei Tagen auch wieder zurück!

Angekommen in Takaka (sprich: Taa kaka) gingen wir sofort ins örtliche i-Site – Neuseelands offizielle Touristeninformationszentren. So haben wir das in jedem Ort getan, wo wir übernachten, oder länger bleiben wollten.
Wir bekamen die örtlichen Vorzüge angepriesen, wie das Kunsthandwerk, welches hier seit Jahren ansässig ist, das "Nacked Possum" angeblich das bekannteste Lokal der Gegend und zwei/drei Walks, also Wanderstrecken in schöner Umgebung und gewünschter Länge.

Eigentlich wollten wir gerne in den Abel Tasman National Park. Aber von dieser Seite war er nur zu Fuß zu erkunden. Zwar konnte man ein Stückchen weit mit dem Auto hineinfahren, allerdings waren das nur unbefestigte Straßen, und dort war unser Mietwagen nicht versichert. So entschieden wir uns erst einmal, anhand der lokalen Karte vom i-Site, nach einem B&B Ausschau zu halten und fuhren in Richtung Collingwood und Farewell Spit.

Kartenbild

Wenn man genau hinschaut, dann sieht die Spitze selbst wie der Kopf eines Kiwi aus.

Wir hatten uns ein B&B ausgesucht, was nicht so teuer klang, aber einen tollen Garten versprach. Die Nase von meinem Schatz begann schon zu zucken, in Erwartung der vielen Blumen und Blüten. Leider war hier niemand anwesend und in der Mittagshitze zu warten war nicht unser Ding. Also…, wieder ein Blick auf die Karte geworfen. Plan B, wo die Beschreibung eine tolle Veranda mit Blick auf die Bucht versprach, war der Volltreffer! Kahurangi B&B – Eine ehemalige Luxus-Lodge war zu einem Function-Center mit B&B umfunktioniert worden, inklusive der Preise. Wir waren sprachlos. Ein riesiges Zimmer, mit großem Bad und super Aussicht auf die Bucht, plus eigener, durch Hecken abgeschirmter Veranda. Sonnenaufgang inklusive. Wow!

Alsbald, nachdem wir unsere Klomatten Klamotten ins Zimmer gebracht hatten, überkam uns der Hunger. Wir entschieden uns das so überschwänglich angepriesene Nacked Possum (nackte Beutelratte) auszuprobieren. Wie wir ja schon wussten, ist das Possum in Neuseeland in etwa so beliebt, wie der Steuereintreiber im Gewerbegebiet. "Nur ein totes Possum ist ein gutes Possum!"
Das Nacked Possum war nur nicht so leicht zu finden, wie die Karte suggerierte. Es ging über etliche Kilometer unbefestigte Strassen, einige One Lane Bridges, 4 Kurven und 3 Kreuzungen. Es lag eher unspektakulär mittem im Grün, am Rande des (native) "Bush". Es bestand aus drei Häusern und einer offenen Räucherhalle. Uns zog es zuerst zur Tannery. Der Typ hinter dem Fenster sah gleich unsere fragenden Augen. Als wir ihn fragten, was denn eine Tannery sei, fragte er seinerseits – auf deutsch – woher wir kommen. Es war ein Deutscher, der bereits seit acht Jahren mit seiner Kiwi-Frau in NZ lebte und seit zwei Jahren hier in Golden Bay ansässig war.
Der Gerber (also der Tanner) machte, auf ökologische Weise Leder aus den Possum-Häuten. Aber er hat auch schon ganz andere Dinge gemacht: hat auf dem Bau gearbeitet, hatte irgendwas mit Filmen zu tun und war auch schon drei Monate in der Antarktis, als Elektroingeneur und Mädchen für alles. Nicht schlecht! Er erzählte uns noch einiges zu den Possums: was man draus machen kann und das die Haare des Fells innen hohl sind und damit Wolle daraus sehr isolierend wirkt. Der Haken: das Fell muss gerupft werden, wenn das Tier noch warm ist. Es geht die Geschichte um, dass sich einmal ein Possum tot gestellt hat, gerupft wurde und danach weglief. Irre, und das geschah einer alten und geübten Fallenstellerin! (Fast wie in Ice Age 2 – tot stellen, um zu überleben.)

Collingwood

Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Stopp bei "Weka Arts", in der Hoffnung, dass es sich um Kunst mit oder über die putzigen Vögel handeln würde. Leider war es nur ein Name. Aber sie hatten tolle Stühle aus Baumwurzeln.

Collingwood selbst ist ein verschlafenes Küstenstädtchen an der Nordspitze der Südinsel. Wer hier länger bleibt, hat entweder nichts zu tun oder keine Ahnung was man tun könnte. Es war bereits Abend geworden und mein Liebling verlangte nach etwas Süßem, einem Nachtisch für das nicht allzu besondere Essen im Nacked Possum.

Das frühere Court House war zu einem B&B mit Café umgebaut worden. Wir saßen im Vorgarten, der an einer Kreuzung (wahrscheinlich die Hauptkreuzung) lag und genossen unseren Kaffee, respektive Tee. Nichts bewegte sich. Ein lauer Luftzug von der See strich durch die Straße(n). Schräg gegenüber schaukelte noch ein Kind und machte dabei quietschende Geräusche. Doch auch das hörte schlagartig auf, als ich den letzten Schluck meines Kaffees ausgetrunken hatte. In diesem Moment fehlte nur noch der obligatorische Strohballen, der über die Straße rollt – High Noon und nur noch einen Schuß im Revolver. Gäbe es noch keine Wildwest Filme, hier würden sie erfunden werden!

Farewell Spit

Abends zurück im B&B haben wir uns dann noch mit den Betreibern unterhalten. Irgendwie haben wir uns dann noch überrumpeln lassen und für den nächsten Morgen ein Horse Trecking am Rande des Farewell Spit gebucht. Schatzi war begeistert – ich musste mit.

Khan. Er hieß Khan und war an der Schulter gut zwei Meter fünfzig hoch. Wir schauten uns an und überlegten. Jeder auf seine Weise. Er machte ein langes Gesicht, denn ursprünglich sollte mein Schatz auf Ihm reiten. Nun bekam er mich. Er war sauer, das konnte ich ihm ansehen. Er beschloss seinen eigenen Willen durchzusetzen. Es gelang ihm – größtenteils. Als ich dann oben saß waren es geschätzte fünf Meter fünfzehn bis zum Boden, und ich hatte die Kamera dabei. Na toll.

Schatzi bekam ein "Zigeuner Pferd". Ich frage mich, wo kommen in Neuseeland Zigeuner her? Schatzi’s Pferd hatte Spaß und vor allem weniger zu tragen. Es lächelte.

Nach dem Ritt ging ich ziemlich breitbeinig zum Auto zurück und war froh, dass wir einen Automatik hatten. Der schnelle Trab und der Galopp hatten mir nicht gut getan… (Männersache)

Heute Abend wollten/sollten wir Tango tanzen, in Nelson. Ich weiß noch nicht wie.

13. Tag Rundreise Südinsel

Die Sternschnuppe ist weiter gezogen. Auch für uns wird es Zeit. Zum Glück lassen wir uns in unserem Urlaub nicht hetzen und stehen selten vor 8.00 Uhr auf. Gegen 9.00 Uhr frühstücken, aber kurz vorher noch die Sachen im Auto verstauen und dann los auf die Piste.

Cape Foulwind / Seal Colony

Es geht weiter in Richtung Norden, in Richtung Westport. Kurz bevor der Highway ins Landesinnere abdreht, erreichen wir Cape Foulwind. Erst ist es nur ein Wegweiser am Highway, aber wir beschließen ihm einfach mal zu folgen. Es ist ja nur ein 14-Kilometer-Abstecher. Mein Schatz entdeckt in der Karte einen Hinweis auf eine Seal-Colony (Seal = Seehunde). Wir sind ganz aufgeregt und wollen das natürlich sehen.
Als wir das Auto auf dem Parkplatz abstellen, sehen wir wieder diese putzigen Wekas, wie sie um die Autos herum laufen und neugierig alles angucken, was sie nicht kennen. Zur selben Zeit erreicht ein Reisebus den Parkplatz. Kaum sind die ersten Leute ausgestiegen schalmeit es uns auch schon auf Deutsch entgegen. Peinliche Deutsche gibt es also auch am anderen Ende der Welt, und das auch gleich Bus-weise. What a pity!

Tatsächlich sehen wir auch etliche Seals, wie sie sich auf den warmen Felsen aalen und in der Sonne wärmen. Leider ist unsere Aussichtsplattform sehr hoch gelegen, so dass wir nur mit dem Teleobjektiv etwas "sehen" können. Wir konnten nicht ahnen, dass wir ihnen noch viel näher kommen sollten.
Das obligatorische Café in der Nähe lag ausnahmsweise ganz nett am Strand und hatte sogar Tische draußen (!), so dass man einen guten Blick auf den schönen Strand und die Surfer in der Bucht hatte. Es scheint hier in Neuseeland irgendwie nicht üblich zu sein, dass man seinen Kaffee auch im Freien trinken kann und dabei auch eine schöne Aussicht genießen könnte. Dabei haben sie so viel schöne Gegend!
Leider entpuppte sich wieder einmal der Kuchen als eher unterdurchschnittlich. Die können hier einfach nicht gescheit backen!

Hängebrücke

Irgendwann mussten wir dann auch weiter. Der Highway bog ins Landesinnere ab und wir folgten ihm, um irgendwann nach Nelson zu kommen. Einige Kilometer weiter – wir machten gerade Witze darüber, dass man in Neuseeland jede noch so kleine lokale Besonderheit vermarkten kann – als auch schon ein entsprechendes Zeichen am Straßenrand auftauchte: Eine Hängebrücke.

Den Eintritt von 7 Dollar konnten wir verschmerzen. Dafür konnten wir auch noch eine Erdbebenspalte bewundern, die sich dort 1923 während eines heftigen Erdbebens auftat. Es war schon ein mulmiges Gefühl durch einen schmalen Graben zu laufen, kaum 1,5 Meter breit, der durch ein Erdbeben entstanden ist. Geologisch gesehen: eben gestern.

Den Rest des Rundgangs nahmen dann Hütten und Werkzeuge von Goldsuchern ein. Nicht wirklich interessant.

Für den Rückweg konnte man sich dann für einen Flying Fox entscheiden, also an einer Rolle hängend ein Stahlseil entlang schweben. Dummerweise gebremst, wie wir bemerkten. Das versprach keinen Spaß und war auch absurd teuer!
Dafür hatten wir noch Spaß auf der Hängebrücke, während irgendwelche Amerikaner sich fast in die Hose machten, wegen ein bisschen schaukeln. *tz*

Was ist eine Lodge?

Wir waren nun schon wieder einige Zeit unterwegs und der Tag neigte sich dem Ende. Höchste Zeit sich eine Unterkunft zu besorgen. Also hielten wir nach einen B&B Ausschau. Als wir schon etwas unruhig wurden gab es einen Hinweis auf eine Lodge. Keine Ahnung was eine Lodge ausmacht, bogen wir ab und folgten einem Schotter-/Feldweg. Der zog sich irgendwie und wir wurden immer unsicherer, ob da überhaupt noch was kommt. Nach ca. 15 Minuten bogen wir um eine Ecke und sahen, weiter oben am Berg, ein tolles neues neu gebautes Holzhaus recht üppigen Ausmaßes. Die letzten Meter waren noch etwas steil für unser Auto, aber dann waren wir da. Wir klingelten und uns wurde aufgetan.
Leider wurde die Tür auch recht schnell wieder geschlossen. 350 Dollar (175 €!) waren uns dann doch zu absurd teuer. Auch wenn es dafür ein Dinner gegeben hätte.

Meditation und gesundes Essen

Also wieder den Feldweg zurück und ab auf die Straße. ein paar Kilometer weiter dann endlich ein B&B Schild. Ich war jedoch nicht auf das vorbereitet, was mich dort erwarten würde!

Der Name Vistara B&B war für mich nicht verfänglich, da ich mit dem Wort nichts anfangen konnte. Allerdings hätte mich der orange Umhang stutzig machen sollen, den zwei der Leute dort trugen.
Wir wurden von einer freundlichen Frau mittleren Alters begrüßt, ihr Name: Guruvathi. Sie meinte sie seien voll ausgebucht, da gerade ein "Retreat" stattfände. Ich kenne das ja nur in Form eines längeren Business-Meetings, dass meist außerhalb der eigenen Firma stattfindet. In diesem Fall handelte es sich auch um ein Meeting, jedoch der etwas anderen Art: es war ein Meditations-Retreat einer buddhistischen Glaubensrichtung, mit Teilnehmern aus Neuseeland, Australien, Japan und Indien.

Es brach eine kurze Hektik aus, als die Frau mit einigen Leuten sprach und uns kurz darauf mitteilte, dass einer der Teilnehmer bereit war sein Zimmer zu räumen und für eine Nacht in einem Zelt zu schlafen. Wir waren sprachlos. Kurz darauf wurden wir dann auch noch zum gemeinsamen Abendbrot eingeladen. Wirklich sehr freundlich! Sehr vegetarisch und sehr gesund.

Noch vor dem Abendbrot wurden wir darauf angesprochen, dass an diesem Abend eine Art Abschluss-Abendveranstaltung stattfindet. Dabei gibt jeder der Anwesenden etwas zum Besten, was er gut kann: singen, rezitieren, tanzen.
Zum Glück hatten wir uns in Queenstown noch eine Tango-CD gebrannt, von den Stücken, die ich noch auf dem Laptop hatte. Dadurch konnten wir drei Tänze zum Besten geben, auf die Tangomusik, die wir so lieben. Sonst sind die Beiträge der Deutschen, bei solchen Gelegenheiten, ja eher peinlich.
Wir jedoch waren als der Höhepunkt des Abends an das Ende der "Veranstaltung" gesetzt worden und haben nicht enttäuscht.
Wir bekamen tosenden Applaus. :D

Am nächsten Morgen gab es ein super tolles Frühstück. Selbst gemachte Marmelade, Obst und Gemüse aus dem Garten. Gesünder habe ich noch nie gefrühstückt. Ein Hammer: die Quittenmarmelade! Gosh!

12. Tag Rundreise – Südinsel

Seltsame Felsen

Das sieht schon wirklich seltsam aus, diese wie Eierkuchen gestapelten Felsen, die Pancake Rocks nahe Punakaiki. Der Sandstein hat dem Meer anscheinend mehr entgegenzusetzen, als man gemeinhin meint. Denn immerhin gibt es diese Touristenattraktion schon einige Jahrzehnte und es lohnt sich eine Art Lehr-Pfad anzulegen, wo man alles ganz genau erklärt.

Pancake Rocks - Punakaiki

Zwischendrin, bei den Pancake Rocks, riesige ausgewaschene "Löcher", durch welche die Brandung mit lautem Brüllen zu hören ist. Das sind die sogenannten "Blowholes", durch die das Wasser Fontänen-artig emporschießt. Leider nur bei Flut (High Tide) und wenn die Strömung aus Südwesten kommt.
Deshalb beschließen wir, erst einmal weiter zu fahren, uns eine Bleibe zu suchen und am Abend zur Flut, gegen 21:30 Uhr wieder zu kommen.

Das Weka

Auch Gallirallus australis ist schon ein seltsames Ding. Etwa so groß wie eine Ente, jedoch flugunfähig. Dafür ist das Weka überaus neugierig und verdammt schnell zu Fuß.

Wir trafen das erste Exemplar an den Pancake Rocks, als es neben den parkenden Autos über die Wiese spazierte und nach interessanten Dingen suchte. Kurz zuvor hatte ich gerade auf einem Schild etwas zu diesen Tieren gelesen, sonst hätte ich es wirklich für eine Ente gehalten. Neugierig nehmen sie oft Dinge, die sie finden, mit an einen ruhigen Ort, um sie dort genauer zu untersuchen. Man soll sie dabei nicht stören und sich "die Dinge" dann später einfach später wiederholen.
Wir hatten zu Glück nichts "rumliegen".

Der verpasste Sonnenuntergang

Nachdem wir einige wenige Kilometer weiter gefahren waren, fanden wir ein Café. Da mal wieder ein Toilettenbesuch angesagt war, hielten wir an.
Wie sich herausstellte, boten sie nicht nur ganz leckere Pancakes (ja, auch am Abend!), es gab auch ein angeschlossenes Motel und einen Strand, etwas weiter hinten.

Wir entschieden uns zu bleiben, nahmen eines der kleinen Zimmer und nach dem Abendbrot schrieben wir die ersten Postkarten in dem Café. Irgendwann meinte mein Schatz, dass es Zeit wird um an den Strand zu gehen. Ich bejahte und sagte, dass ich nur noch die eine Karte zu Ende schreiben wollte.

Irgendwie muss ich wohl in ein kleines Zeitloch gefallen sein, denn als ich (endlich) fertig war, und wir zum Strand gingen, war die Sonne lange weg und mein Schatz machte ein langes Gesicht. Zu allem Überdruss kamen wir noch mit einem holländischen Pärchen ins Gespräch, die uns ihr tollen Fotos auf ihrer Digicam zeigten. Vom dem absolut spektakulären Sonnenuntergang! Dem einzigen, den wir an der Westküste hätten sehen können.
Asche auf mein Haupt!!! (Aber sie hat mich immer noch lieb!)

Das (o)Possum und wir

Am späteren Abend sind wir dann zurück zu den Pancake Rocks, um die Blowholes in Aktion zu sehen. Es war schon recht dunkel, als wir dort ankamen. Doch der zunehmende, aber noch recht schmale Mond schien hell und der "Lehrpfad" war jedoch ganz gut zu erkennen. Keine zwanzig Meter gelaufen huschte ein dunkelgrauer Schatten über den Weg und kletterte gut eineinhalb Meter an einem Baum neben uns hoch – und sah uns an. Wir blieben stehen und guckten zurück. Langsam schälte sich der Umriss eines Possums aus dem Grau der Nacht. Wir guckten es an – es guckte uns an.

Nach einer Weile wurde es mir zu dumm und ich zog meinen Schatz weg vom dem Tier. Die Felsen und die (möglichen) Wasserfontänen schienen mir interessanter.

Die Riesensternschnuppe (Myriam)

Die Blowholes waren leider eine Enttäuschung. Es war zwar Flut, aber die Strömung muss wohl aus der falschen Richtung gekommen sein, den es war kaum etwas zu sehen. Das Wasser spritzte kaum aus den Löchern. Es war quasi wie am Nachmittag auch schon.

Zurück am Motel/Café sind wir dann nochmal zu Strand. Keine Ahnung was wir dort wollten. Es war kalt. Es war dunkel und in der Ferne hatten Leute Lagerfeuer am Strand entzündet, die allerdings nicht ausreichten, um etwas romantische Atmosphäre zu zaubern. Auf dem Weg zurück zu unserem Zimmer dann, schaute Myriam nach oben in den Himmel und…. sie sah zum ersten Mal in Ihrem Leben eine Sternschnuppe. Eine richtig lange und schöne.
Wow! Sie schwärmt jetzt noch davon.

11. Tag Rundreise – Südinsel

Zum Glück brauchten wir heute erst gegen 11 Uhr auschecken. Somit war genug Zeit für ein ausgiebiges Frühstück mit einem wunderbaren Blick über Lake Wakatipu, den Haussee von Queenstown. Über Cardrona ging es dann nach Wanaka. Unterwegs gab es wieder jede Menge Gegend zu bestaunen. Es gab etwas Toskana und auch etwas, was ein bisschen an Afrika erinnerte. Alles dicht beieinander.

Also, Wanaka selbst hat ja nicht so viel zu bieten. Ein bisschen wie ein Badeort aus einem Sommerferien-Teenie-Film. Zumindest aber haben wir dort eine Sonnenbrille für meinen Lieblings-Navigator erstehen können. Also aufgesessen und ab über die Berge, vorbei an Lake Hawea und Lake Wanaka nach Haast. Und während sich in Deutschland an den Ufern der schönen Seen die Reichen, mit Ihren Villen drängeln, gibt es hier so viel schöne und unglaublich wunderbare Gegend, dass sie unbewohnt ist und oft sogar unberührt scheint.

Nach rund der Hälfte der Strecke erreicht man die ersten Ausläufer des Regenwalds, der sich von der West Coast bis hierher ins Hinterland erstreckt. Es ist ein gemäßigter Regenwald, mit Farnen, aber auch Lianen und Aufsitzerpflanzen. Leider auch mit blutsaugenden und bösartigen Sandfliegen. Vielerorts sehen wir Wasserfälle und Hinweise auf Badestellen in den Flüssen, die sich links und rechts der Straße dem Meer entgegen winden.
Auch Haast besteht lediglich aus ein paar Häusern, 4 Motels, 3 Cafés und zwei Tankstellen. Das sehenswerte hier, ist die Natur ringsum!

Um weiter Zeit auf unserem Reiseplan einzusparen, sind wir jedoch gleich weiter, mit Ziel Fox Glacier. Immer zwischen Meer und Regenwald, oder auch mittendurch. Also durch den Regenwald, natürlich. Faszinierend die Pflanzenwelt links und rechts der Straße.

Fox Glacier – nicht nur der Name des gleichnamigen Gletschers, sondern auch des Ortes unterhalb – ist auch nur sowas, wie ein Wintersportort mit einer Idee für den Sommer: Hubschrauberflüge zu den Gletschern. Einziger Nachteil des Ortes: hier regnet es gut 300 Tage im Jahr. Ich glaub in Seattle hat es schöneres Wetter. Diesmal aber habe ich Glück. Während es 2007 wie aus Eimern regnete und ich heilfroh war irgendeine Unterkunft zu bekommen, schien diesmal die Sonne.
Wir sind in einem guten Motel untergekommen. Der Inhaber selbst meinte, dass so ein Wetter wie Heute die Ausnahme ist.Wir schätzen uns glücklich und feierten das Ganze mit einem (ganz guten) Abendessen im besten Lokal der Stadt, am Lake Matheson. Durch die Panoramafenster konnten wir dem Schauspiel: Abendglühen der Berge auf dem Mount Tasman und Mount Cook verfolgen.

10. Tag Rundreise – Südinsel

This was a hard day. We got up at 5.30am to reach our coach to Doubtful Sound right in time. The way to the sound was escorted by a nice sunrise, where rays blast over the surounding hills. First we went to Lake Wanapouri, where we went aboard of an small catamaran. It took us round about a half hour to reach the other end of this lake. At the foot of a hydro power station.
There we entered another bus to finally go to the Doubtfull Sound, where we get aboard of an other, bigger catamaran.

Actually we’re lucky guys, because the wheather yesterday and today were the best days since weeks in Queenstown and neighborhood. Unfortunately on good wheather days no animals will be visible onto these tours. :( No penguins, no seals, no Keas. But however, there is a plenty of beautiful rural landscape, with blue (really blue) lakes and green rain forrest. Lots of nature, as far as the eye can reach. We took nearly 250 pictures and are sure that many of them will be double and triple.

Unbelievable, this evening we had the chance to dance tango argentino onto the Queenstown waterfront, where a German(!) street musician was playing an accordion. Nice tango music and a romantic rest of sunset, over the lake, into the background. After a few minutes we got applause.

Tomorrow we heading to Wanaka and further to Nelson, over Franz-Josef-Glacier.

9. Tag Rundreise – Südinsel

Heute sind wir in Queenstown angekommen. Es war nochmal ein ziemlicher Ritt, auch wenn es nicht so viele zurückgelegte Kilometer waren.

Gleich nach der Ankunft haben wir uns um ein Zimmer gekümmert. Wieder ist es mal, wie schon in Rotorua, ein Hotel geworden. Diesmal ein Mercure. Ungewöhnlich an dieser Tatsache ist, dass hier in Neuseeland die B&B’s (Bed and Breakfast = Bett und Frühstück) mittlerweile teurer sind, als die Hotels! Was eher ungewöhnlich scheint, denn gerade in Queenstown sind die B&B’s nicht mehr unbedingt die "Übernachtung bei Einheimischen mit Familienanschluss", wie man es vielleicht von woanders her kennt. Hier sind sie eher unpersönlich und bieten weniger Service als ein Hotel. Aktuell bekommt man im Mercure Resort in Queenstown für 120 NZ$/pro Doppelzimmer: Übernachtung + Frühstücksbuffett, Swimmingpool, Sauna, Spa, Fitnessstudio und auch eine Waschmaschine (gegen Geld). Ich finde das bemerkenswert. (Das sind gerade mal 61 Euronen!)

Gleich nach der "Eroberung" des Hotelzimmers sind wir wieder los, nach Arrowtown. Ein kleines Städtchen (eher hundert Häusschen), ganz im Stil einer Westernstadt. Sie besteht seit den Tagen des neuseeländischen Goldrausches und ist originalgetreu wiederaufgebaut worden. Viele Häuser sind noch aus alter Zeit und beherbergen heute Goldschmiede, Geschenkeläden (natürlich!) und auch Restaurants. Im "The Old Stables" haben wir zu Abend gegessen. Lecker, sag ich nur. Das erste Mal, dass man in Neuseeland ein gut schmeckenden Nachtisch bekam. Zum Glück hat mich mein Goldstück überredet, es nochmal zu versuchen. :-)

Heute geht es zeitig ins Bett, denn für Morgen haben wir eine Ganztagestour zum Doubtful Sound gebucht. 6.45 Uhr werden wir abgeholt. Das wird hart!

8. Tag Rundreise – Südinsel

Angeblich soll es ja die letzten 2 Wochen fast durchgängig in Christchurch geregnet haben. Pha! Das glauben wir nicht. Kaum waren wir mit dem Frühstück fertig begann es auch schon aufzuklaren. Zwar gab es noch ein paar tropfen, als wir mit dem Mietwagen die ersten Kilometer fuhren, aber ach das war bald erledigt. Ab Ashburton war es zunehmend heiter, und als wir am Lake Tekapo ankamen war der Himmel noch blauer, als der See. Der ist schon sowas von blau-türkis, dass man es kaum glauben kann.

Leider konnten wir unserem Itinerary (neu-deutsch für Reiseplan) nicht ganz folgen. Der sah vor, dass wir an diesem Tag bis nach Queenstown kommen sollten, inklusive Abstecher zum Mount Cook. Bei Linksverkehr und auf unbekannten Straßen, mit einem kleinen Nissan kaum zu schaffen. Also nahmen wir uns in Omarama (lacht nicht, das ist keine neue Margarine, der Ort heißt wirklich so!) ein Zimmer in einem Motel. Beim Abendessen nebenan in einem Truckstop/Café/Merino-Wolle-Verkauf bemerkte ich, dass ich 2007 dort schon einmal eine Pause gemacht hatte. Damals jedoch nur auf einen Kaffee.

7. Tag Rundreise – Nordinsel

Und am siebten Tag sollst du ruh’n!

Naja, nicht ganz. Wir mussten ja schließlich nach Auckland, um unseren Flieger zu bekommen. Und wir waren noch meilenweit von dort entfernt. Natürlich machten wir uns keine Gedanken darüber, dass es auf Neuseeland auch sowas wie Stau geben könnte.

So fuhren wir denn auch ganz gemütlich nach Hamilton, um uns dort noch die angepriesenen Gärten anzuschauen. Okay, die Gärten waren jetzt nicht schlecht, aber ob es die Zeit wert war, darüber läßt sich streiten. Ich persönlich fand sie "so naja".
Gegen 3 Uhr machten wir uns dann auf den Weg nach Auckland. Wir kamen auch ziemlich weit. Bis uns dann ca. 50 Kilometer vor der Stadt die "Rush Hour" erwischte. Gegen halb fünf wurde ich langsam unruhig und wir fuhren von der Autobahn ab und durch die Innenstadt. Mein Schatz und Navigator hat das auch prächtig hinbekommen. In Null-Komma-Nix waren wir an der Autovermietung. Schnell noch alles ausladen, umpacken, zusammen packen und ein Taxi rufen.

Ein Taxi? Ähm…, irgendwie kommen hier keine Taxis vorbei. Seltsam. Zum Glück konnten wir jemanden fragen und ein Taxi herbeirufen. Wir waren noch so früh am Flughafen, dass wir gerade noch von dort das Hotel in Christchurch buchen konnten. wie sich später herausstellen sollte, zu einem Angebotspreis, der eigentlich nicht mehr online sein sollte. :)

In Christchurch angekommen standen wir am Ausgang und warteten auf den Shuttle Service vom Hotel, während es Hund, Katzen und manchmal auch ein Kaninchen regnete. Holy Grail!
Und wir warteten und warteten und dann riefen wir nochmals an. 30 Minuten später waren wir endlich im Hotel. Zu Fuß hätten wir nicht einmal 10 Minuten gebraucht. Aber bei dem Wetter – no way! Dafür gab es dann ein Upgrade in die nächst höhere Zimmerkategorie. Das hatte dann doch auch etwas. :)

6. Tag Rundreise – Nordinsel

Nach Rotorua blieb uns leider nicht mehr viel Zeit, und so mussten wir uns zwischen Taupo (noch mehr vulkanisches) und Waitomo/Hamilton (Glühwürmchenhöhlen und schöne Gärten) entscheiden. Da es regnete viel die Entscheidung schnell zu gunsten der Waitomo Caves.

Beinahe wären wir zu spät dort gewesen, aber zum Glück bekamen wir noch eine "Führung". Wir entschieden uns für das sogenannte "Blackwater Rafting". Das ist eigentlich eine Entdeckungsreise in die Unterwelt. Wir waren nur zu zweit und der Führer und so bekamen wir quasi eine exklusive Führung in eine der als erste entdeckten Höhlen. Wir bekamen Neoprenanzüge, Gummistiefel, Helme mit Lampen und einen großen aufgeblasenen Gummireifen und los gings. Zuerst mit dem Minibus bis zur Höhle, dann einen etwas längeren Weg über Kuh-Koppeln bis zum Einstieg in die Höhle und dann eine Treppe abwärts in die Dunkelheit. Durch enge Spalten und niedrige Durchgänge ging es in die erste "Kammer".
Im Gegensatz zu den Glühwürmchen in Deutschland leben diese an den Decken der Höhlen und fangen Ihr Futter mit Hilfe von klebrigen Fäden, die sie von der Decke hängen lassen. Die "Würmchen" selbst sind so klein, dass ich sie selbst mit der Lampe nicht sehen konnte.
Alles in allem ist das schon ein tolles Erlebnis und man kommt am Ende mit einem breiten Grinsen und tollen Eindrücken wieder ans Tageslicht.

Als wir weiter fuhren war es schon recht spät und wir mussten uns Gedanken über eine Übernachtungsmöglichkeit machen. Auf dem Weg nach Hamilton sah ich einen Abzweig nach "Mystery Creek". Das klang spannend! Ich dachte mir: vielleicht finden wir an dieser Nebenstrasse ein nettes kleines B&B. Zuerst kamen wir an einem riesigen Veranstaltungsgelände vorbei. Ein Motel auf der anderen Strassenseite machte nicht gerade den besten Eindruck. Ich entschied – gegen den Willen meiner besseren Hälfte – weiter zu fahren und zu schauen, was es denn sonst noch so gibt, im mysteriösen Creek.
Wir kamen an einer Winery vorbei, die offensichtlich ein gut gehendes Lokal hatte. Wir gingen hinein und fragten, ob es in der Nähe evtl. Ein günstiges B&B gibt. Leider wussten sie nicht Bescheid und haben uns geraten weiter zu fahren. Kaum wieder auf der Straße, sahen wir keine hundert Meter weiter das B&B Schild der Pferdefarm von Sue und Geoff. Sie hatten sozusagen gerade erst eröffnet (vor Weihnachten) und wir waren die zweiten Gäste.

… to be continued…

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