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13. Tag Rundreise Südinsel

Die Sternschnuppe ist weiter gezogen. Auch für uns wird es Zeit. Zum Glück lassen wir uns in unserem Urlaub nicht hetzen und stehen selten vor 8.00 Uhr auf. Gegen 9.00 Uhr frühstücken, aber kurz vorher noch die Sachen im Auto verstauen und dann los auf die Piste.

Cape Foulwind / Seal Colony

Es geht weiter in Richtung Norden, in Richtung Westport. Kurz bevor der Highway ins Landesinnere abdreht, erreichen wir Cape Foulwind. Erst ist es nur ein Wegweiser am Highway, aber wir beschließen ihm einfach mal zu folgen. Es ist ja nur ein 14-Kilometer-Abstecher. Mein Schatz entdeckt in der Karte einen Hinweis auf eine Seal-Colony (Seal = Seehunde). Wir sind ganz aufgeregt und wollen das natürlich sehen.
Als wir das Auto auf dem Parkplatz abstellen, sehen wir wieder diese putzigen Wekas, wie sie um die Autos herum laufen und neugierig alles angucken, was sie nicht kennen. Zur selben Zeit erreicht ein Reisebus den Parkplatz. Kaum sind die ersten Leute ausgestiegen schalmeit es uns auch schon auf Deutsch entgegen. Peinliche Deutsche gibt es also auch am anderen Ende der Welt, und das auch gleich Bus-weise. What a pity!

Tatsächlich sehen wir auch etliche Seals, wie sie sich auf den warmen Felsen aalen und in der Sonne wärmen. Leider ist unsere Aussichtsplattform sehr hoch gelegen, so dass wir nur mit dem Teleobjektiv etwas "sehen" können. Wir konnten nicht ahnen, dass wir ihnen noch viel näher kommen sollten.
Das obligatorische Café in der Nähe lag ausnahmsweise ganz nett am Strand und hatte sogar Tische draußen (!), so dass man einen guten Blick auf den schönen Strand und die Surfer in der Bucht hatte. Es scheint hier in Neuseeland irgendwie nicht üblich zu sein, dass man seinen Kaffee auch im Freien trinken kann und dabei auch eine schöne Aussicht genießen könnte. Dabei haben sie so viel schöne Gegend!
Leider entpuppte sich wieder einmal der Kuchen als eher unterdurchschnittlich. Die können hier einfach nicht gescheit backen!

Hängebrücke

Irgendwann mussten wir dann auch weiter. Der Highway bog ins Landesinnere ab und wir folgten ihm, um irgendwann nach Nelson zu kommen. Einige Kilometer weiter – wir machten gerade Witze darüber, dass man in Neuseeland jede noch so kleine lokale Besonderheit vermarkten kann – als auch schon ein entsprechendes Zeichen am Straßenrand auftauchte: Eine Hängebrücke.

Den Eintritt von 7 Dollar konnten wir verschmerzen. Dafür konnten wir auch noch eine Erdbebenspalte bewundern, die sich dort 1923 während eines heftigen Erdbebens auftat. Es war schon ein mulmiges Gefühl durch einen schmalen Graben zu laufen, kaum 1,5 Meter breit, der durch ein Erdbeben entstanden ist. Geologisch gesehen: eben gestern.

Den Rest des Rundgangs nahmen dann Hütten und Werkzeuge von Goldsuchern ein. Nicht wirklich interessant.

Für den Rückweg konnte man sich dann für einen Flying Fox entscheiden, also an einer Rolle hängend ein Stahlseil entlang schweben. Dummerweise gebremst, wie wir bemerkten. Das versprach keinen Spaß und war auch absurd teuer!
Dafür hatten wir noch Spaß auf der Hängebrücke, während irgendwelche Amerikaner sich fast in die Hose machten, wegen ein bisschen schaukeln. *tz*

Was ist eine Lodge?

Wir waren nun schon wieder einige Zeit unterwegs und der Tag neigte sich dem Ende. Höchste Zeit sich eine Unterkunft zu besorgen. Also hielten wir nach einen B&B Ausschau. Als wir schon etwas unruhig wurden gab es einen Hinweis auf eine Lodge. Keine Ahnung was eine Lodge ausmacht, bogen wir ab und folgten einem Schotter-/Feldweg. Der zog sich irgendwie und wir wurden immer unsicherer, ob da überhaupt noch was kommt. Nach ca. 15 Minuten bogen wir um eine Ecke und sahen, weiter oben am Berg, ein tolles neues neu gebautes Holzhaus recht üppigen Ausmaßes. Die letzten Meter waren noch etwas steil für unser Auto, aber dann waren wir da. Wir klingelten und uns wurde aufgetan.
Leider wurde die Tür auch recht schnell wieder geschlossen. 350 Dollar (175 €!) waren uns dann doch zu absurd teuer. Auch wenn es dafür ein Dinner gegeben hätte.

Meditation und gesundes Essen

Also wieder den Feldweg zurück und ab auf die Straße. ein paar Kilometer weiter dann endlich ein B&B Schild. Ich war jedoch nicht auf das vorbereitet, was mich dort erwarten würde!

Der Name Vistara B&B war für mich nicht verfänglich, da ich mit dem Wort nichts anfangen konnte. Allerdings hätte mich der orange Umhang stutzig machen sollen, den zwei der Leute dort trugen.
Wir wurden von einer freundlichen Frau mittleren Alters begrüßt, ihr Name: Guruvathi. Sie meinte sie seien voll ausgebucht, da gerade ein "Retreat" stattfände. Ich kenne das ja nur in Form eines längeren Business-Meetings, dass meist außerhalb der eigenen Firma stattfindet. In diesem Fall handelte es sich auch um ein Meeting, jedoch der etwas anderen Art: es war ein Meditations-Retreat einer buddhistischen Glaubensrichtung, mit Teilnehmern aus Neuseeland, Australien, Japan und Indien.

Es brach eine kurze Hektik aus, als die Frau mit einigen Leuten sprach und uns kurz darauf mitteilte, dass einer der Teilnehmer bereit war sein Zimmer zu räumen und für eine Nacht in einem Zelt zu schlafen. Wir waren sprachlos. Kurz darauf wurden wir dann auch noch zum gemeinsamen Abendbrot eingeladen. Wirklich sehr freundlich! Sehr vegetarisch und sehr gesund.

Noch vor dem Abendbrot wurden wir darauf angesprochen, dass an diesem Abend eine Art Abschluss-Abendveranstaltung stattfindet. Dabei gibt jeder der Anwesenden etwas zum Besten, was er gut kann: singen, rezitieren, tanzen.
Zum Glück hatten wir uns in Queenstown noch eine Tango-CD gebrannt, von den Stücken, die ich noch auf dem Laptop hatte. Dadurch konnten wir drei Tänze zum Besten geben, auf die Tangomusik, die wir so lieben. Sonst sind die Beiträge der Deutschen, bei solchen Gelegenheiten, ja eher peinlich.
Wir jedoch waren als der Höhepunkt des Abends an das Ende der "Veranstaltung" gesetzt worden und haben nicht enttäuscht.
Wir bekamen tosenden Applaus. :D

Am nächsten Morgen gab es ein super tolles Frühstück. Selbst gemachte Marmelade, Obst und Gemüse aus dem Garten. Gesünder habe ich noch nie gefrühstückt. Ein Hammer: die Quittenmarmelade! Gosh!

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